Samstag, 1. Mai 2010

Willkomen im „Big House“ Mr. President

Heute war die Graduationsfeier der Absolventen der Universität Michigan. Anders als in Tuebingen wo man irgendwann nach dem Bestehen der Prüfungen sein Zeugnis zugeschickt bekommt gibt es in Amerika normalerweise riesen Abschlussfeiern bei denen die Dekane, der Präsident der Uni und der Gouverneur des Bundesstaates erscheinen.

Und in diesem Jahr sogar der mächtigste Mann der Welt – der Präsident der Vereinigten Staaten!

Barack Obama bekam den Ehrendoktor der Universität Michigan im Bereich Jura verliehen und hielt anschließend eine sehr bewegende, kluge und vor allem Hoffnung machende Rede. Dieser Mann ist einfach ein begnadeter Redner und es war ein tolles Erlebnis ihn live sehen zu können. Genauso toll war das ganze Umfeld mitzuerleben als sich wenn der Präsident ankündigte, die Sicherheitsmaßnahmen im Vorfeld, mit Militär, Secret Service,….die Begeisterung der Amerikaner schon Tage vorher und ihr Patriotismus!

Und selbst in Krisenzeiten wie im Moment (Michigan ist extrem schwer von der Wirtschaftskrise betroffen) schafft Obama es die Menschen hinter sich zu vereinen und Hoffnung zu geben und optimistisch in die Zukunft zu blichen. Das ist eine der Fähigkeiten der Amerikaner die ich wahnsinnig bewundere!

…Und danke Tübingen dass ich wenigstens das Porto für mein Zeugnis nicht selber zahlen musste!!!!!!!!!!!


http://www.ur.umich.edu/update/archives/100430/obama

(das recht Photo ist von Austin Thomason, U-M Photo Services)

hier ist die Rede falls es jemanden interessiert: http://www.whitehouse.gov/the-press-office/remarks-president-university-michigan-spring-commencement

Mittwoch, 21. April 2010

Colorado Springs

Letzte Woche war ich in Colorado Springs und habe dort eine super Zeit mit Matt verbracht!

Colorado ist für mich nach wie vor der schönste Staat den ich bisher gesehen habe. Die umliegenden Staaten bieten eine riesige, flache Eben (the great plains) und plötzlich erheben sich wie aus dem Nichts die Rockies 14000 Fuß (etwa 4300 m) in die Höhe. Auf den höchsten Bergen (auf dem Foto der höchste von allen: Pike’s Peak) liegt ganzjährig Schnee und die Farben der Landschaft sind einfach unbeschreiblich. Unten zu Füssen von Pikes Peak sieht man Colorado Springs, eine schöne Stadt die sehr weit ausgebreitet ist. Dahinter sieht man Garden of the Gods, ein Park mit wunderschönen bizarren Formationen aus rotem Stein.

Außerdem ist hier natürlich Cheyenne Mountain, wo bekanntermaßen das Stargate ist (die US Army sagt zwar hier ist NORAD das Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando– aber das ist natürlich Ablenkung :) Als Zivilist darf ich da zwar leider nicht rein aber der Komplex ist wirklich beeindruckend.Im Fall eines Nuklearen Krieges ist das der Ort an dem der Präsident geschützt wird.

http://www.norad.mil/Images/Historic/North-Portal_large.jpg

Wir haben eine Menge in Colorado unternommen. Zum Beispiel war ich bei meinem ersten Baseball Spiel! Und es war lange nicht so langweilig wie ich erwartet hätte. Nein, Scherz beiseite, das Spiel ist zwar seeeeeehr langsam aber was wirklich nett ist die ganze Tradition drum herum, und natürlich die Sonne im wunderschönen Stadion genießen, ein Hot Dog essen und alle 10 Minuten mal einen Spieler 30 m weit rennen sehen. Weil mich das ganze echt interessiert hat sind wir dann ein paar Tage später in einen Batting Cage gegangen in dem man selber Schlagen und Werfen darf und ich muss sagen dass es deutlich anstrengender ist als es aussieht.

Außerdem habe ich mich im Golfen in Fort Carson probieren können und habe gemerkt dass das nicht so mein Sport ist. Ich habe auch gelernt dass man um 5 Uhr wenn die Fahne eingeholt wird stramm mit Blickrichtung Fahne zu stehen hat (auch wenn man keinen Plan hat wo die denn genau ist)… ganz schön kompliziert das Army Leben!

Am Mittwoch ging es mit der einzigen Zahnradbahn der USA (gebaut in Winterthur - wie beruhigend) auf den höchsten Berg, den Pikes Peak. Die Aussicht über die weiten Ebenen ist einfach der Wahnsinn und die Geschichte sagt dass das Lied "America the Beautiful" bei diesem Ausblick geschrieben wurde und ich kann es mir sehr gut vorstellen, es ist absolut atemberaubend. Hin und wieder kann man den Gipfel auch per Auto erreichen was sicher seeeeeeehr viel Spaß macht (vor allem mit Matts Auto ;), aber leider hatten wir 2 m Schnee auf dem Gipfel. Einmal im Jahr findet dort auch eine berühmte Rally statt!



Ansonsten waren wir viel in den Rockies wandern. Wie gesagt es ist unglaublich schön dort und es gibt unendlich viele Wanderwege, wenn man will kann man sogar einmal die Rockies durchqueren.

Samstag, 27. Februar 2010

Roadtrip zu den Niagarafällen und Toronto

Gestern bin ich von meinem Roadtrip nach Kanada zurückgekommen. Stephan und MC sind letze Woche nach Detroit gekommen und wir haben uns dann zusammen auf den Weg durch Kanada nach Buffalo gemacht. Auf kanadischer Seite haben wir dann bei strahlendem Sonnenschein die Niagarafälle und die wunderschöne Winterlandschaft genossen! Da gerade keine Saison ist, waren wir sogar fast alleine dort! Pro Sekunde stürzen zwischen 1.4 und 3 millionen Liter Wasser über den Abhang! Diese unvorstellbare Menge alleine ist beeindruckend, aber das Grollen der Wassermassen versetzte einen erst richtig in Ehrfurcht.

Ich habe die Fälle nicht im Sommer gesehen aber durch das Eis und den Schnee denke ich sind die Fälle im Winter besonders eindrucksvoll! Der Nebel den man auf den Bildern sehen kann entsteht durch die Fälle, das Wasser steigt auf und kommt als Regen wieder herunter, das dann überall gefriert und diese eindrucksvollen Bilder entstehen lässt. Auch der Regenbogen über den Fällen wird von diesem Wasservorhang erzeugt.





Anschließend ging es weiter nach Toronto. Wir haben in einem Motel an der Stadtgrenze gewohnt und haben unseren ersten Abend dort erst einmal in einer riesen Mall verbracht! Ich bin immer noch jedes Mal beeindruckt wie riesig die Einkaufszentren hier sind. Aber in dieser Mall war unter anderem der größte Eishockey Laden der Welt, daher konnten wir uns das ja nicht entgehen lassen. Am nächsten Tag ging es durch Toronto und trotz der Kälte konnten wir einiges von dieser schönen Stadt sehen. Den CN Tower gibt es leider nur von unten da es einfach zu neblig war als dass sich ein Besuch hier gelohnt hätte. Dafür waren wir aber in der Eishockey Hall of fame (oh man Stephan du warst echt tapfer! Danke dir!) wo wir uns erst mal gefragt haben wer dieser allgegenwärtige Wayne Gretzky eigentlich ist :) und uns dann selbst als Hockeyspieler probiert haben (Und wir waren deutlich besser als unser Nationalteam!!!)
Das waren wirklich wunderschöne Tage und ich danke Stephan und MC sehr dass sie mich mitgenommen haben! Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß und es war wirklich etwas Besonderes meine alten Freunde wieder zu sehen! Ich hoffe es dauert nicht so lange bis wir uns wiedersehen und ich hoffe natürlich auch dass ihr alle wenn ihr diese Bilder seht Lust bekommt nach Amerika zu kommen und mich zu besuchen! Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Urlaub!
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Eishockey


Nachdem ich in den letzten Wochen nicht geschrieben habe muss ich das jetzt endlich mal nachholen. Da ich jetzt endlich eine ähnlich hockeybegeisterte Kollegin habe mussten wir natürlich endlich mal nach Detroit und ein Spiel live sehen! Zuerst haben wir ein Collegehockey Spiel angesehen (University of Michigan gegen Michigan State University). Das Spiel war ziemlich gut (4:5 für unsere Wolverines!) aber eigentlich nur eine Einstimmung für den eigentlichen Kracher eine Woche später: Die Detroit Red Wings gegen die San Jose Sharks!

Endlich ein richtiges NHL Spiel, davon hab ich seit über 10 Jahren geträumt! Die Detroit Red Wings sind eines der besten Teams der NHL und haben viele Olympiateilnehmer in ihren Reihen (vor allem Kanadier), die Sharks sind der derzeitige Tabellenführer. Und im Gegensatz zu deutschen oder College Eishockey ging es hier auch richtig zur Sache :) Das Spiel war unglaublich schnell und hart und es war einfach nur super!!! Detroit hat dann nach Verlängerung und Penaltyschießen leider verloren aber spannender konnte das Spiel nicht sein! Ich werde mir hier sicher noch ein paar Spiele ansehen in Hockeytown (Detroits neuer Name da Motor City wohl nicht mehr ganz passt…). Auf dem Bild links sieht man den Trophaenschrank der Wings mit 11 Stanley cubs, die meisten aller NHL Teams) auf dem rechten Bild die Spieler bei der Nationalhymne.

Montag, 18. Januar 2010

Zurück aus Chicago

Das letzte Wochenende konnte ich mit ein paar Kollegen in der "windy city" verbringen. Wir hatten dort am Samstag eine Konferenz auf der wir ein Poster präsentieren mussten /durften. Also ging es am Freitag mit nem Mietauto (einem riiiiiiesen SUV) nach Chicago. Das ist etwa eine 5 Stunden Fahrt von Ann Arbor. Ich musste natürlich den ersten Teil der Strecke fahren und hab den Schlüssel dann auch nicht mehr hergegeben, ihr kennt mich ja wenns um Autos geht :)

Auf der Fahrt kommt man auch durch den berühmten Ort Gary, Indiana, Geburtsort von Michael Jackson und gleichzeitig die wohl hässlichste und dreckigste Stadt der Welt…stellt euch einfach etwa 100 Stahlwerke vor – und vor allem den Dreck den diese machen. Das Bild hab ich aus dem Internet denn man möchte dort wirklich nicht anhalten!!!!

Chicago dagegen ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Abends nach der Konferenz und Sonntagmorgen hatten wir Zeit dort spazieren zu gehen. Zum Glück war es nicht allzu kalt wie sonst, meistens herrscht dort eine Temperatur von etwa -20 Grad, mit Wind deutlich kälter so dass man es nicht lange draußen aushält. Wir hatten Glück und sind die ganze Nacht im Millennium Park (Bilder) und am Chicago River (Bild) spazieren gegangen. Wir haben sogar den schnellsten Aufzug der Welt ausprobier (im Hancock Tower). Alles in allem war das wirklich ein tolles Wochenende!

Mittwoch, 6. Januar 2010

Weihnachten

Erst mal wünsche ich euch allen ein wunderschönes neues Jahr! Viel Glück, Gesundheit und Zufriedenheit!

Inzwischen bin ich wieder zurück aus dem Winterurlaub und will über die letzten Wochen berichten. Matt ist ein paar Tage vor Weihnachten nach Ann Arbor gekommen und wir konnten ein paar Tage hier gemeinsam verbringen. Wir haben die Zeit genutzt um die letzten Weihnachtsgeschenke für seine Familie zu besorgen und um ein Auto für mich zu suchen. Im Bild seht ihr mein neues Baby, ein Toyota Celica!



Sieht leider schneller aus als es ist, aber das ist vermutlich auch gut so, da Speeding (Geschwindigkeitsüberschreitungen) hier ziemlich hart bestraft wird (vor allem mit Erhöhung der Versicherung :(

Am 23. 12 sind wir dann nach Milwaukee zu Matts Familie gefahren. Eigentlich ist das keine so lange Fahrt (etwa 5 Stunden) aber in Chicago sind wir in einen Schneesturm geraten, so dass die Fahrt etwa 8 Stunden dauerte. Aber ich habe meinen ersten Midwest-Schneesturm live erlebt und das ist echt was anderes als zu Hause! Alles war völlig lahmgelegt. Aber immerhin hatten wir wunderschöne weiße Weihnachten.
Milwaukee ist eine wirklich schöne Stadt auf der anderen Seite des Lake Michigan. Es gibt nicht wirklich viel zu sehen aber das Kunstmuseum, das direkt am Lake Michigan vor der Skyline liegt, ist wirklich wunderschön wie ich finde. In Milwaukee gibt’s es viele deutsche Einwanderer, daher ist vieles sehr Deutsch geprägt: es gibt viele Brauereien (u.a. Miller), ein riesen Sommerfest und sogar der Nikolaustag wird hier gefeiert :)



Außerdem ist der Weihnachtsschmuck an den Häusern wirklich sehenswert (wie überall in den USA). Unglaublich wie viel Geld und Aufwand einige Familien da rein stecken.



Wir hatten jede Menge Spaß in den 10 Tagen die wir dort waren, haben viel mit der Familie, vor allem seinen 3 Nichten unternommen (waren Klettern, Skaten und im Museum) und haben die Zeit wirklich genossen. Da Matt die letzten 10 Jahre an Weihnachten nicht zu Hause sein konnte waren alle sehr gerührt ihn zu sehen. Es war sehr interessant Weihnachten einmal in einer amerikanischen Familie zu erleben. Es gibt nicht allzu viele große Unterschiede in der Art wie gefeiert wird aber einige Details sind schon anders z.B. dass die Geschenke erst am 1. Weihnachtsfeiertag geöffnet werden, die Socken am Kamin,..

Ich habe sogar ein Familien Brownie Rezept bekommen. Also für alle die mich besuchen wollen verspreche ich mache ich einen super Sunday mit selbstgemachten Brownies (das beste Dessert der Welt wie ich finde!)

Sonntag, 6. Dezember 2009

Thanksgiving

Letzte Woche durfte ich meinen ersten Turkey Day,…ähhh Thanksgiving hier erleben! Für die Amerikaner ist Thanksgiving ein extrem wichtiges Familienfest, für das alle Familienmitglieder zusammen kommen auch wenn das bedeutet lange Flugreisen in Kauf zu nehmen.

Da alle amerikanischen Kollegen bei ihren Familien waren, haben wir Deutschen und Chinesen uns zusammen getan und gemeinsam gekocht. Ein traditionelles Thanksgiving essen besteht aus ursprünglich nordamerikanischen Lebensmitteln (wie es die pilgrims damals vielleicht hatten um den Indianern für deren Hilfe zu danken): Ein gebratener und gefüllter Truthahn und unendlich vielen Beilagen wie cranberry-sauce, Süßkartoffeln Apfel- und Kürbiskuchen, Squash, Erbsen und Mais….

Wir haben natürlich auch einen Turkey gemacht (siehe Bild2) aber uns dann mehr auf europäische Beilagen Rotkohl (Bild 1 ich beim kochen ... geschmeckt hat's trotzdem :) und Kartoffelklöße beschränkt. Leider wollte auch keiner Football schauen, denn das gehört eigentlich wie der Turkey zu einem traditionellen Thanksgiving! Wat also kein richtig amerikanisches Thanksgiving aber schön wars trotzdem! Da wir ja auch keinen Amerikaner hatten wusste niemand wie man diesen Turkey richtig zerlegt, woraufhin wir das einfach gegoogelt haben und etwa 60000000 Videos fanden die jedes Detail beschrieben habe. Echt verrückt, die Amerikaner machen aus der Turkey Zubereitung eine richtige Wissenschaft und einen Wettkampf daraus wer die meisten Beilagen zubereitet.